Sich selbst genug sein

Das heißt nicht, dass man alleine sein muss, aber dass man alleine sein kann. Und dabei zufrieden. Weil man seine Ansprüche an sich und an das Leben selber erfüllt. Weil man niemanden braucht der das übernimmt. Meine Mama sagte vor einiger Zeit zu mir (so ungefähr): Wenn du von anderen Menschen erwartest dein Leben für dich so zu gestalten, dass du zufrieden bist, deine Unzufriedenheiten auszugleichen und dafür zu sorgen dass du dich magst, wirst du mit niemandem glücklich. Das musst du selber tun. Bevor dir jemand anders genug ist, musst du dir zuerst selber genug sein.
Ich habe lange darüber nachgedacht. Dass sie Recht hat wusste ich gleich. Das ist doch das allergrößte Glück, egal wo man ist und in welcher Situation man steckt, zu sich selbst kommen zu können und sicher und zufrieden zu sein. Wer sein Leben aus den Händen gibt wird nie zufrieden. Das können andere vielleicht ganz kurzfristig übernehmen, aber auch nur dann, wenn sie exakt dieselben Vorstellungen haben wie man selber. Wie oft kommt das wohl vor? Vielleicht bildet man sich manchmal auch ein man könnte die Vorstellungen des anderen übernehmen oder integrieren. Irgendwann merkt man aber, dass man sich nicht mehr treu ist und das tut auch weh. Ich sage nicht, dass man zusammen deswegen nicht glücklich werden kann. Nur mit sich selber nicht. Man muss sich eben selbst genug sein um sich nicht von anderen enttäuscht zu fühlen.
Ich denke das schaffen die wenigsten von uns. Es wäre doch so schön. Also habe ich eine Mission. Wie wird man genug? Erster Schritt: Verinnerliche, dass du nicht perfekt sein musst. Aber alle anderen auch nicht.

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4 Gedanken zu “Sich selbst genug sein

  1. „Man muss sich eben selbst genug sein um sich nicht von anderen enttäuscht zu fühlen.“ –

    Dieser Satz verursacht spontan Widerspruch in mir. Ich werd‘ noch ein bisschen über ihn nachdenken und dann noch mal hier schreiben, denke ich.

    Aber einen freundlichen Gruß wollte ich jetzt schon mal hier lassen, für Dich! 😉

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  2. Da hast du dir aber ein Thema zur Brust genommen…. 🙂 Kommt aber bei mir zur rechten Zeit, und fühlt sich unterstützend an. Ist noch jemand da, der das üben will. Puh. Gar nicht so allein. 🙂

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  3. Nun habe ich lange genug nachgedacht! 😉 – Es bleibt bei meinem Widerspruch zu dem zitierten Satz. Er gilt für mich nicht, ich glaube sogar zu empfinden, dass er für mich anders lauten müsste: Je mehr ich mir selbst genug bin, desto größer ist die potenzielle Gefahr, mich von anderen enttäuscht zu fühlen.

    Ja, ich muss manchemal sehr kämpfen, damit diese potenzielle Gefahr nicht gar in eine reale umschlägt. Je mehr ich mir meiner selbst bewusst geworden bin, das geschah allerdings nie losgelöst, sondern stets im Bewusstsein, was unsere Welt ausmacht, wie die Mehrzahl der Menschen, der einflussreichen zumal, sich dazu verhält, bin ich, wenn ich ehrlich bin, mit den Jahren immer enttäuschter geworden. – Es hat mich viel Kraft gekostet, mich solcher Enttäuschung nicht hinzugeben, nicht zu verzweifeln, Menschen weiterhin differenziert zu sehen und Hoffnung zu bewahren.

    Ich habe herausgefunden, dass ein anderer Satz für mich eher gilt, ich halte ihn insgesamt für zutreffender:

    Nur, wer in der Lage ist, sich selbst zu mögen, zu verstehen und anzunehmen (einschließlich seiner Schwächen), wird dazu auch anderen Menschen gegenüber tatsächlich in der Lage sein.

    Für mich ist dieser Satz Motivation, mich nie für „fertig“ zu halten, nach mir selbst auf der Suche zu bleiben, aber auch: nicht perfekt und rechthaberisch sein zu wollen.

    Hmmm, ja, das sind so in Kürze meine Gedanken. – Ist aber wirklich ein serh komplexes, aber halt auch ungemein interessantes Thema, was Du angesprochen hast. Hat mich „inspiriert“!!! *yes*

    Nur liebe Grüße an Dich!

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