Du bist wichtig

Vor kurzem hatte ich ein Seminar zum Thema Biographiearbeit, für das ich einige Vorbereitungstexte lesen musste. Besonders bewegt hat mich eine Passage aus dem Buch Methoden der Biographiearbeit von Hans Georg Ruhe:

„Menschen müssen sich ihrer selbst vergewissern, müssen einen Platz finden, der eine Begründung für ihre Vergangenheit und eine Legitimation für ihre Zukunft hergibt. Dort, wo dies immer weniger gelingt, sind „Hebammen“ notwendig, d.h. Helferinnen und Helfer, die deutlich machen: „Du wirst gebraucht mit deinen kleinen Erfahrungen und deinem großen Schicksal. Du bist wichtig, weil du das Leben anderer mit deinem Leben kontrastierst, weil dein Leben Fragen an mein Leben stellt, und weil ich dich erst dann verstehen kann, so wie du geworden bist.“

Uns wird im Studium, im Handlungsfeld Beratung, immer wieder die Aufgabe gestellt zu reflektieren, wie wir uns selbst als Berater sehen, welche Haltung wir haben, welche Standpunkte wir vertreten. Als ich diesen Text las wurde mir klar, dass ich genau so ein Helfer sein möchte. Was ich schon länger irgendwie wusste, aber nicht so richtig in Worte fassen konnte, ist hier klar formuliert.
Jeder Mensch hat egal wie alt er ist, bereits Erfahrungen gemacht. Besonders schöne und/oder besonders schlimme Momente erlebt. Jeder von uns macht Fehler und schlägt ab und zu falsche Wege ein. Wir alle können voneinander lernen und wir alle profitieren davon, wenn wir uns gegenseitig in allen Facetten kennenlernen. Stattdessen erlebe ich immer öfter und immer heftiger wie sich Menschen einigeln und verschließen, wie sie ihre wahren Gefühle für sich behalten, aus Angst sich angreifbar zu machen, ausgelacht oder schief angeguckt zu werden. Aus Angst in Konfliktsituationen zu geraten. Und ich erlebe Menschen die daran verzweifeln, falsche Entscheidungen getroffen und Fehler gemacht zu haben. Die vom Schicksal gebeutelt und vom Leben und sich selbst enttäuscht sind, sich dafür schämen wie sie sind. Grade diese Menschen sind es, die ich am meisten schätze und mit denen ich mich gerne umgebe. Sie sind es, die ich brauche um mich nicht allein zu fühlen, die Probleme schon gelöst haben oder Strategien kennen für Herausforderungen denen ich mich selbst noch stellen muss. Sie besitzen so viel Empathie und Mitgefühl und Akzeptanz und genau das ist es, was unsere Welt braucht.
Wie kann man nur von Menschen erwarten niemals einen Fehler zu machen? Wie kann man nur von Menschen erwarten immer leistungsfähig zu sein und genau dies oder jenes lernen zu wollen um in ein bestimmtes Profil zu passen?
Jeder von uns ist wichtig, weil er Erfahrungen und Träume und Ängste hat die anders sind als deine oder meine. Jeder hat einen Lebenslauf, der dich oder mich zum Nachdenken bringen kann und uns dazu bringt zu reflektieren und vielleicht an uns zu arbeiten. Auf jeden Fall aber, fördert er unser Verständnis und unser Mitgefühl füreinander. Und damit ist schon unendlich viel gewonnen!
Wir sollten uns nicht verstecken, sondern sein wer wir sind und wie wir uns selber sehen. Wir sollten einander helfen echt sein zu dürfen und uns die Angst davor nehmen.
Du wirst gebraucht und du bist wichtig. Besser hätte ich es niemals sagen können.

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Sabi

DSC_1008Sabi: Etwas verplant und etwas sehr tollpatschig (ich habe es sogar geschafft mich an einem Löffel zu schneiden), sturköpfig, großzügig,leidenschaftlich und manchmal unberechenbar. Liebevoll, ängstlich, auf keinen Fall oberflächlich, oft viel zu reflektiert und manchmal zu emotional. Besorgt, begeistert, erfreut, enttäuscht, tolerant und furchtbar ungeduldig. Freiheitsliebend und temperamentvoll und fürsorglich und wenn ich Glück hab, ab und zu mal konsequent. Hoffnungslos perfektionistisch und sehr mitfühlend.

Die kleinen Dinge

Es gibt so viele Gründe glücklich zu sein, so viele kleine Dinge die unser Herz erfreuen können. Das Problem ist, dass wir sie oft nicht wahrnehmen oder bewusst wertschätzen.
Grade wenn es uns schlecht geht, wenn wir gehetzt, gestresst und frustriert sind fehlt uns das Auge für unsere Umwelt.
Der Klang des Regens, der Geruch von Holz, Knospen, Blattadern, eine Ameisenstraße. Habt ihr euch Blatt- und Blütenknospen schon mal genau angesehen? Ich finde es immer wieder faszinierend was die Natur entstehen lässt. So exakt, so praktisch, so facettenreich und wunderschön. Ich weiß, ich weiß, das klingt jetzt super klischeehaft.

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Eine brennende Kerze lässt uns besonders leicht alles andere vergessen, es ist so einfach sich in der Flamme zu verlieren. Ein gefülltes Wasserglas ins Sonnenlicht gestellt. Der Geruch frisch gewaschener Wäsche, Zimmerpflanzen die durch liebevolle Pflege (oder auch aus Trotz) neue Triebe schieben.
Achtsamkeit ist meiner Meinung nach nicht nur ein hoch gelobter therapeutischer Ansatz, welcher immer mehr an Bedeutung gewinnt, sondern eins unserer Grundbedürfnisse. Es gab Zeiten da war sie überlebenswichtig und einfach selbstverständlich. Geräusche die auf wilde Tiere hinwiesen, Wetterverhältnisse, Hinweise auf Wasserquellen…
Die moderne Welt hat uns die Achtsamkeit abtrainiert. Getrieben vom Streben nach Effizienz und Existenzängsten verlieren wird die Fähigkeit, scheinbar unwichtige Details wahrzunehmen. Dabei sind sie doch so unglaublich wichtig. Weil sie uns erden und uns Glück schenken können, wenn wir bereit sind ihnen Bedeutung zu schenken.

Was sind eure kleinen großen Dinge des Lebens?

Wir brauchen mehr Leuchttürme!

Früher war alles besser. Das denke ich mir oft. Wäre das Biologiestudium doch nie zu Ende gegangen. Wäre ich doch in Norddeutschland geblieben. Wenn ich geblieben wäre, würde ich das wahrscheinlich anders sehen. Wie oft habe ich diese Stadt verflucht, für das was sie mir angetan hat, oder was ich mir habe antun lassen. Für die Einsamkeit, die depressiven Phasen, all die Ängste und die mich ständig begleitende Panik, dafür, dass ich kein Ziel vor Augen hatte.
Ich wollte etwas anderes, ich wollte mehr vom Leben, ich wollte ausbrechen und mich befreien… und bin auf dem Weg in die Freiheit gegen eine fette Mauer gerannt.
Jetzt sitze ich, immer noch benommen, seit bald einem Jahr in Süddeutschland und bin einsamer als jemals zuvor. Ich habe nicht erwartet, dass man so entwurzelt werden kann, wenn man glaubt keine richtigen Wurzeln zu haben. Ich glaubte, ich kann hier ankommen und sofort zuhause sein. Ich kann mir plötzlich nicht mehr vorstellen, mich jemals zuvor einsam gefühlt zu haben. Ich habe Freunde im Norden, Bekannte und selbstverständlich meine Familie. Nicht zu vergessen die immer gleichen Gesichter der Verkäuferrinnen in diversen Supermärkten oder meinen Lieblingsbäcker. All das gibt einem doch eine nicht zu unterschätzende Sicherheit.
Früher war nicht alles besser, aber alles Negative hat seine Präsenz verloren. Irgendwie erfüllt mich das mit Freude und Dankbarkeit, denn so kann ich ganz ohne negative Gefühle auf die definitiv aufregendste und schönste Zeit in meinem Leben zurückblicken. Andererseits, macht das die aktuelle Situation umso schwerer. Aber was soll ich tun, Zeiten ändern sich und Lebensabschnitte enden.
Aber wie geht loslassen und wie integriert man sich in eine Welt mit der man überhaupt nichts anfangen kann. Zum Beispiel Süddeutschland! 😉

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ (Auszug aus dem Gedicht Stufen von Hermann Hesse)

Das ist eines meiner unangefochtenen Lieblingsgedichte und bis jetzt hat sich dieser Zauber auch immer zauberhaft treffend durch mein Leben gewebt. Wo aber, bleibt er dieses Mal? Vielleicht hat er sich verlaufen, weil es hier unten so wenige Leuchttürme gibt? Ich wohne jetzt bei Stuttgart falls du mich suchst.
Für alle die jetzt schon verzweifelt sind: Der nächste Post wird positiv. Versprochen! 🙂

Ängste

Jetzt ist der Blog da und da kommt auch schon die Angst. Wie immer wenn etwas neues passiert, wie immer wenn sich etwas ändert. Passt das Design? Was denken die Leute, die bereits vom Blog wissen, wenn ich jetzt drei Tage keinen Beitrag poste? Was wird der nächste Beitrag? Oh Gott, ich habe keine Ideen! Fühlen sich die Leute belästigt wenn ich 3 Posts am Tag schreibe? Oh Gott ich habe zu viele Ideen.
Hätte ich doch lieber planen sollen, alles lernen sollen bevor ich anfange? Die Wahrheit ist: dann hätte ich nie angefangen.
Angst ist mein ständiger Begleiter. Ich hatte noch nie Angst davor vom Auto überfahren zu werden, sehr krank zu werden oder vor Spinnen. Ich habe keine Angst aus großer Höhe zu springen (eher ins kalte Wasser) oder mit dem Flugzeug zu fliegen. Es ist eine generelle Angst, dem Leben nicht gerecht zu werden. Zum Beispiel die Angst sich zu entscheiden, weil die Entscheidung sich irgendwann falsch anfühlen könnte. Was dumm ist. Denn das schlimmste überhaupt ist es, sich nicht zu entscheiden. Es ist eine ständige Anspannung aus der Unsicherheit heraus und aus der Erwartung hilflos zu sein. Angst vor Überforderung, ohne etwas angefangen zu haben. Angst davor, am Ende meines Lebens nicht richtig gelebt und zu wenig gelernt zu haben.
Aber anstatt mich nach vorne preschen zu lassen um zu leben, sorgt die Angst für Lähmung. Denn wenn man etwas anfängt, könnte es ja nicht funktionieren.
Leider nicht zu ändern. Da bleibt am Ende nichts anderes als sich an den klugen Ratschlag zu halten: „Tue jeden Tag etwas, was dir Angst macht.“ Zum Beispiel diesen Text posten.

Über mich und meine Motivation

Hallo ihr Lieben
Vielleicht fange ich mit meinem ersten Beitrag erstmal an, mich genauer vorzustellen.
Ich bin 25 Jahre alt, studiere Bildungswissenschaften und versuche eine Alltagsheldin zu sein. Das gelingt mir definitiv nicht. Aber ich bleibe dran 😉
Am besten definieren mich die Dinge die ich liebe: Meer und menschenleere Strände, unberührte Natur, Steine, gute Fotos, Bücher, Empathie, Tassen, Sonne und Gewitter, Wasser (am liebsten in Bewegung), Zeit zu leben, Bauchkribbeln, Kaffee, Musik und Bücher, Tiere, Achtsamkeit und die kleinen Dinge des Lebens, Pflanzen, Cocktails, Hansestädte und Freiheit.
Und die, die ich nicht so liebe: Angst den Anschlusszug zu verpassen, Oberflächlichkeit, Sandkörner in der Badewanne, Ungewissheit, Entscheidungsschwierigkeiten, Ignoranz, Hilflosigkeit, Heimweh.

Mit diesem Blog möchte ich versuchen mich zu motivieren ein blogwürdiges Leben zu führen und Erfahrungen weiterzugeben. Es ist erstmal eine Art Experiment und ich bin sehr gespannt was daraus wird. Ich möchte Gedanken, Inspirationen, Bewegendes, Motivationen, Alltagsmomente und alles was mir noch so in den Sinn kommt mit euch teilen. Auf persönliche, achtsame, herzliche Weise. ❤

Viel Spaß auf Seelenfrisch! Vielleicht ist etwas Spannendes für dich dabei.

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